Direkt buchen

Warum direkt bei uns buchen?

  • Bestpreisgarantie
  • direkter Kontakt mit uns
  • Individuelle Urlaubsangebote
Direkt buchen

Warum direkt bei uns buchen?

  • Bestpreisgarantie
  • direkter Kontakt mit uns
  • Individuelle Urlaubsangebote
E-Mail Telefon Angebote Direkt buchen

Hans-Joachim Stuck im Interview

Kein Tag ohne Auto 

Hans-Joachim Stuck gehört zu den lebenden Rennsport-Legenden im deutschsprachigen Raum. Bis ins Alter von 70 Jahren saß er noch im Renn-Cockpit – und auch wenn er es heute ein bisschen ruhiger angehen lässt, ist seine Liebe zu Autos ungebrochen. Und die Chancen, dass er mit einem seiner Oldtimer mal bei der EHC am Start sein wird, stehen gar nicht so schlecht. 

 

Ein Tag ohne Autofahren? „Das ist ein schlechter Tag“, sagt Hans-Joachim Stuck ohne mit der Wimper zu zucken. Alles andere würde bei einem, dessen Leben immer von der Liebe zum Motorsport geprägt war, auch verwundern. Mit 74 Formel-1-Starts und zwei Siegen beim legendären 24-Stunden-Rennen von Le Mans gehört er zu den schillerndsten Figuren der deutschsprachigen Motorsportszene und hat sich bis heute seine Leidenschaft zu Autos beibehalten. 

 

Es ist ziemlich genau 70 Jahre her, seit ihn sein Vater Hans mit dem Benzin-Virus infiziert hatte. In der heimischen Garage bastelte jener vor den neugierigen Blicken seines Sohnes an seinem AFM-Rennwagen – und noch heute – im Alter von 75 Jahren – üben Autos im Leben von Hans-Joachim Stuck eine unwiderstehliche Faszination aus.

Klaus Pichler, der Organisator der Eggentaler Herbst Classic, lernte mit seiner Frau Irene den erfolgreichen Rennfahrer mit dem liebevollen Spitznamen „Strietzel“ bei der „Wilder Kaiser Classic“ kennen. Und weil’s am Großglockner schneite, hatten sie ausgiebig Zeit, sich auszutauschen. „Wir waren uns gleich sympathisch“, erzählt Strietzel, der aufmerksam zuhörte, als ihm Klaus und Irene von ihrer Rallye in Südtirol berichteten. Strietzel outete sich dabei als großer Südtirol-Fan – nicht nur, weil südlich des Brenners die Wahrscheinlichkeit auf gutes Wetter deutlich höher ist. Auch der Südtiroler Lifestyle hat es ihm angetan – mit Kaffeekultur, Wein und gutem Essen. Und natürlich die Dolomiten mit ihren Passstraßen vor atemberaubendem Panorama.

 

Hans-Joachim Stuck und Klaus Pichler verbindet mit ihrer Liebe zu Oldtimern dieselbe Leidenschaft. „Wenn du zu einem Oldtimertreffen fährst oder zu einer Rallye, dann fühlt sich das noch nach richtigem Autofahren an“, sagt Strietzel. Wenn man das Auto spürt, direkte Rückmeldung von der Lenkung erhält und den Sound hört – „dann ist das ist eine Faszination, die sich mit Worten kaum beschreiben lässt. Mit der Gelassenheit eines Champions sitzt er dann am Steuer. „Natürlich will ich die Prüfungen so präzise wie möglich bewältigen“, sagt er: „Aber am Ende kommt es auf das Erlebnis an und nicht auf die Platzierung.“

 

Während seiner Rennfahrerkarriere war das selbstredend anders. Nachdem der Jugendliche Hans-Joachim mit einer Ausnahmegenehmigung schon mit 16 Jahren den Führerschein machen durfte, um seinen Vater zu Rennen zu begleiten, wurde er am Nürburgring während eines Lehrgangs vom BMW-Tuner Hans-Peter Koepchen entdeckt. „Mein Vater hat geahnt, wohin das führt“, blickt Strietzel schmunzelnd zurück. Dass er – einmal angefangen – vom Rennsport nicht mehr lassen könne, war eigentlich von Beginn an klar. Zumal sich schnell die Erfolge einstellten. Mit 19 gewann er mit Clemens Schickentanz das erste 24-Stunden-Rennen am Nürburgring, womit er gleich den Turbo für seine Karriere zündete.

 

Und wenn er auf seine Erfolge zurückblickt, dann fangen seine Augen an zu glänzen. „Ich habe immer den Wunsch gehabt, dem Auto meinen Willen aufzuzwingen“, erzählt Hans-Joachim Stuck: Die Abstimmung zu optimieren, das Auto zu spüren, Rundenzeiten zu verbessern und niemals zufrieden zu sein. Als er 1985 als Porsche-Werksfahrer den Platz von Stefan Bellof, der damals als großer Hoffnungsträger in die Formel-Eins wechselte, einnahm, erfüllte sich für ihn ein Traum: „Ich habe so viel gelernt über Entwicklung, Fahrwerke und Motoren“, sagt Strietzel über die Zeit, in der er seinen „Popometer“ schulte, sein Gefühl für Autos – lange bevor es die technischen Daten der Telemetrie gab. 

Das Ergebnis dieser Jahre: Hans-Joachim Stuck absolvierte von allen Rennfahrern die meisten Kilometer auf dem Porsche 962, dessen Doppelkupplungsgetriebe er mitentwickelte und mit dem er das 24-Stunden-Rennen in Le Mans gewann. „Das Verhältnis aus Leistung und Straßenlage war unvergleichlich“, blickt Strietzel zurück: „In Le Mans hatten wir nachts eine Spitzengeschwindigkeit von 407.“  

 

Offiziell wollte Hans-Joachim Stuck seine Karriere 2014 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring beenden. Doch er schaffte es nicht, seinen Rennfahrerhelm endgültig an den Nagel zu hängen. Im Jahr 2021 sorgte er für mediales Aufsehen, als er im Alter von 70 Jahren zusammen mit Kris Rosenberger die Meisterschaft in der GT2 European Series nur um einen Punkt verfehlte. 

 

Auch wenn Strietzel Stuck unumwunden zugibt, dass es ihn nach wie vor juckt, Rennen zu fahren, kann er inzwischen auch ruhige Zeiten hinter dem Steuer genießen. Er liebt es, seinen BMW 700er Sport auszufahren – das Auto, mit dem sein Vater Hans seine letzten Rennen fuhr. Oder seinen 79er Golf GTI. Oder den 86er Porsche 911 Cabrio im Werksturbolook mit seinen markanten breiten Kotflügeln. Wann immer es seine Zeit zulässt, genießt er das Fahren damit – ganz ohne moderne Assistenzsysteme. Und seine neue Freundschaft zu Klaus und Irene sowie die alte Liebe zu Südtirol haben die Wahrscheinlichkeit deutlich steigen lassen, dass er bei einer der nächsten Ausgaben der Eggentaler Herbst Classic am Start stehen wird. 

 

Dass er dann dazu beitragen möchte, Diskussionen über Verkehrs- und Lärmbelästigung auf den Passstraßen positiv zu beeinflussen, steht für ihn außer Frage. „Wir haben alle das Bedürfnis, draußen mobil zu sein“, sagt er. Die Lösung für viele Probleme liegt für ihn deshalb ziemlich nahe: „Es wäre so einfach“, sagt Hans-Joachim Stuck, „wenn wir aufeinander Rücksicht nehmen würden und voreinander Respekt hätten.“ Und das, so sagt er, würde auch alle Bereiche unseres Zusammenlebens verbessern: „Wir haben es selbst in der Hand.“ 

Wir waren uns gleich sympathisch